Schaufenster : Shopping, kulinarisch genießen, Kultur erleben.

Rückblick

Das Schaufenster Fischereihafen sollte in einer authentischen Umgebung ein Ort sein, an dem die Besucher Einblick nehmen können in die Be- und Verarbeitung von Fischen, an dem sie Fisch genießen und kaufen - und alles Wissenswerte rund um den Fisch und das Meer erfahren können.

Begonnen wurde mit dem Projekt Ende 1990. Es wurde in 5 Stufen realisiert.

1891-1896 Der Fischereihafen Geestemünde

Das noch junge "Schaufenster Fischereihafen" befindet sich auf historischem Gebiet: der heutige Fischereihafen I wurde im Auftrag der preußischen Staatsregierung zwischen 1891 - 1896 als Fischereihafen von Geestemünde gebaut.

Kernstück dieses Spezialhafens für die Hochseefischerei war die Auktions- und Packhalle I an der Westseite des Hafenbeckens. Die erste Fischauktion wurde hier im Jahre 1896 durchgeführt. Nach der Erweiterung der Halle I konnten hier gleichzeitig 15 Fischereifahrzeuge gelöscht werden

1897 Tecklenborg - Slip

Im Jahre 1897 errichtete die Tecklenborg - Werft am Kopf des Fischereihafen I eine Slipanlage mit Werkstätten zur Reparatur der Fischereifahrzeuge.

Diese Anlage wurde im Jahre 1966 vollständig abgerissen. Heute befindet sich hier der "Marktplatz" des "Schaufenster Fischereihafen".

1906-1907 Die Packhalle IV wird gebaut

Der Fischereihafen von Geestemünde wurde im Laufe der Jahre ständig erweitert: Verkehrs-, Versorgungs- und Entwässerungsanlagen kamen hinzu, weitere Fischpackhallen wurden gebaut.

Die älteste noch vorhandene Packhalle IV entstand 1906/07 aus massivem Mauerwerk mit einem Holzdach und Pappeindeckung. Nach der Restaurierung ist sie heute das Kernstück des "Schaufenster Fischereihafen".

1911 Die Bremerhavener Eiswerke

Auch die Ostseite des Fischereihafen I wurde seit 1897 erschlossen, es entstanden Bunker- und Kohlenlagerplätze. Seit 1911 bis heute versorgen die Bremerhavener Eiswerke die Fischereifahrzeuge und die Betriebe mit industriell hergestelltem Eis.

1913-1920 Der Fischbahnhof entsteht

Infolge des rasanten Wachstums des Fischereihafens Geestemünde reichte das Gebiet um den Fischereihafen I für die weitere Entwicklung bald nicht mehr aus, neue Flächen wurden besiedelt. Ein weiterer Beweis für die rasche Entwicklung ist der Neubau des Fischversandbahnhofs in den Jahren zwischen 1913 und 1920. Hier konnten in jenen Tagen 4 Fischsonderzüge mit je 40 Waggons für den Transport der Fische in das Binnenland abgefertigt werden.

Seit 1929 Der historische Fischereihafen verliert an Bedeutung

Durch den Bau des Fischereihafens II verlor der Fischumschlag im Fischereihafen I bereits in den 20-er Jahren an Bedeutung. Im Jahre 1929 schließlich wurde die Fischauktion aus Platzgründen von der Packhalle I in die heutige Auktionshalle X an der Ostkaje des neuerbauten Fischereihafens II verlagert, seit ca. 1937 konzentrierten sich die Fischanlandungen in diesem Bereich.

Im Laufe der Jahrzehnte hat sich der Fischereihafen von einem Spezialhafen immer mehr zu einem modernen Gewerbegebiet entwickelt. Einige der in die Jahre gekommenen historischen Bauten und Anlagen wurden abgerissen und das Gebiet des historischen Teils im Fischereihafen verkam zunehmend zu einer Industriebrache.

Auch die historische Fisch-Packhalle IV aus dem Jahre 1906/07 verfiel zusehends und stand kurz vor dem Abriss, als eine Idee zur Realität wurde: eine alte Industriebrache sollte mit neuem Leben erfüllt werden - das "Schaufenster Fischereihafen" entstand.

1990 Eine alte Industriebrache wird zum Touristenmagnet

Das "Schaufenster Fischereihafen" sollte in einer authentischen Umgebung ein Ort sein, an dem die Besucher Einblick nehmen können in die Be- und Verarbeitung von Fischen, an dem sie Fisch genießen und kaufen - und alles Wissenswerte rund um den Fisch und das Meer erfahren können.

Begonnen wurde mit dem Projekt Ende 1990. Es wurde in 5 Stufen realisiert.

  1. Stufe 1

    Die älteste im Bremerhavener Fischereihafen noch existierende Packhalle mit der Nummer IV stammt aus dem Jahre 1907 und wurde nach altem Vorbild restauriert

  2. Stufe 2

    Das Gebiet um den Fischereihafen I wurde infrastrukturell erschlossen: neue Straßen wurden gebaut, für die Ansiedlung neuer Betriebe wurden ca. 12 ha neue Flächen hergerichtet.
    Auch die Sanierungsarbeiten an dem letzten deutschen Seitentrawler "Gera" wurden abgeschlossen; seither kann dieses Museumsschiff wieder besichtigt werden.

  3. Stufe 3

    In dieser Bauphase wurden das heutige Forum Fischbahnhof, Parkplätze für Busse und PKWs sowie der zentrale Platz im "Schaufenster Fischereihafen", der heutige "Marktplatz", gebaut.
    Hier finden heute in der Freiluftsaison viele Veranstaltungen statt, die Tausende von Besuchern hierher locken. Außerdem lädt der Platz dazu ein, die beschauliche Hafenatmosphäre zu genießen. Ein Pontonanleger für Hafenrundfahrten auf dem Wasser sowie ein Anleger für Sportboote stehen seither ebenfalls zur Verfügung.

  4. Stufe 4 und 5

    Rund um das Hafenbecken wurden die Straßen saniert und ein überdachter Arkadengang sorgt seither dafür, dass die Besucher trockenen Fußes zwischen dem Forum Fischbahnhof und der Halle IV flanieren können.

Das "Schaufenster Fischereihafen" wurde unter der Federführung und der finanziellen Beteiligung der Fischereihafen-Betriebsgesellschaft (FBG) realisiert. Die Finanzierung erfolgte im wesentlichen durch Mittel des Landes Bremen und der Europäischen Union.